Automatisierung gewinnt an Bedeutung in Finanzabteilungen
Finanz- und Steuerexperten sehen den Mangel an Automatisierung weiterhin als zentrales Problem. Einer aktuellen Befragung zufolge betrachten 32 Prozent der Führungskräfte unzureichend automatisierte Prozesse als größte operative Hürde. Gleichzeitig geben 22 Prozent an, dass Investitionen in Automatisierung in den kommenden zwölf bis 18 Monaten oberste Priorität haben.
Die Umfrage wurde vom Softwareanbieter Lucanet im Rahmen seiner Veranstaltung Lucanet World 2025 durchgeführt. Sie zeigt, dass sich trotz volatiler wirtschaftlicher Rahmenbedingungen wie schwankenden Zöllen viele Abteilungen noch auf manuelle Abläufe verlassen. 28 Prozent der Befragten nutzen nach eigenen Angaben weiterhin manuelle Prozesse, während nur zehn Prozent volles Vertrauen in die Genauigkeit ihrer Finanzdaten haben.
Herausforderungen bei Planung und Prognosen
Ein weiteres Ergebnis betrifft die Finanzplanung und Analyse. Über ein Drittel der Teilnehmer (34 Prozent) sieht in Szenarioplanung und Forecasting die größte Herausforderung. Fehlende Echtzeitdaten und fragmentierte Systeme erschweren laut den Befragten fundierte Analysen.
Lucanet-Finanzchef Alistair Gurney erklärte, dass Unternehmen nicht allein durch äußere Faktoren wie Zölle unter Druck stünden. „Die eigentliche Herausforderung liegt darin, dass es an aktuellen und genauen Informationen fehlt, um Korrekturmaßnahmen zu ergreifen oder vorausschauend planen zu können“, so Gurney. Manuelle Arbeitsweisen führten dazu, dass Unternehmen Entscheidungen teilweise im „Blindflug“ treffen müssten.
Neue Plattformfunktionen vorgestellt
Auf dem Event kündigte Lucanet die vollständige Integration seiner Lösungen in die CFO Solution Platform an. Diese Plattform umfasst unter anderem:
- Consolidation and Financial Planning: Automatisierte Konsolidierung über verschiedene Konzernstrukturen
- Extended Planning and Analysis (xP&A): Zusammenarbeit in der operativen Planung
- ESG Reporting: Unterstützung bei der Einhaltung neuer Rahmenwerke
- Disclosure Management: Erstellung von Offenlegungsberichten
- XBRL: Maschinenlesbare Offenlegung
- Lease Accounting: Umsetzung von IFRS 16
- Tax Compliance and Reporting: Verwaltung steuerlicher Verpflichtungen
- Banking and Cash Management: Transparenz über Cashflows
Die Plattform sei modular aufgebaut, skalierbar und ermögliche kurze Implementierungszeiten. Ergänzt wurde die Vorstellung durch einen neuen Data-Lake, der mit mehr als 300 ETL-Adaptern gespeist wird und als zentrale Datenquelle für Finanzteams dienen soll.
Rolle der KI in der Finanzfunktion
Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) der Befragten gehen davon aus, dass künstliche Intelligenz ihre Arbeit unterstützt, aber nicht ersetzt. Nur acht Prozent äußerten die Befürchtung, dass KI ihre Rolle gefährden könnte. Für die Mehrheit steht die Entlastung von Routineaufgaben im Vordergrund, um mehr Kapazität für strategische Arbeit zu gewinnen.
Laut Gurney reagieren Unternehmen auf anhaltende Unsicherheiten mit pragmatischen Maßnahmen. „Wir beobachten, dass viele Unternehmen nun vernünftige, zukunftsorientierte Schritte unternehmen, um ihre Resilienz zu stärken und langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben“, erklärte er.
Hintergrund der Erhebung
Die Ergebnisse beruhen auf einer Befragung von 50 Finanzexperten während der Lucanet World 2025. Ziel der Studie war es, Einblicke in aktuelle Prioritäten, Herausforderungen und den Stand der digitalen Transformation in Finanzabteilungen zu gewinnen.
