E-Rechnungs-Gipfel 2025 beleuchtet digitale Umstellung

Mit rund 350 Teilnehmern aus Wirtschaft, Verwaltung, Softwareentwicklung und Politik fand in Berlin der E-Rechnungs-Gipfel 2025 statt. Im Mittelpunkt der dreitägigen Veranstaltung standen die bisherigen Erfahrungen mit der seit Anfang des Jahres geltenden E-Rechnungspflicht im B2B-Bereich sowie die anstehende Einführung eines digitalen Meldesystems zur Umsatzsteuer.

Die Veranstaltung kombinierte eine Fachtagung, eine Fachausstellung und erstmals das sogenannte „Solution Forum“. Ziel war es, praxisnahe Umsetzungsansätze vorzustellen und einen Überblick über technische Lösungen zu geben – etwa für SAP- und Multi-ERP-Umgebungen oder KI-gestützte Automatisierung.

Erste Bilanz zur Empfangspflicht – nächste Stufe in Vorbereitung

Seit dem 1. Januar 2025 sind Unternehmen verpflichtet, elektronische Rechnungen empfangen zu können. Diese erste Stufe der Regelung wurde auf dem Gipfel umfassend bilanziert. Teilnehmer aus Anwenderkreisen, Anbieterseite und Verwaltung zogen dabei ein gemischtes Fazit und berichteten über unterschiedliche Umsetzungsstände.

Die nächste gesetzliche Vorgabe steht bereits bevor: Ab 2027 müssen Unternehmen mit mehr als 800.000 Euro Jahresumsatz elektronische Rechnungen auch versenden. Laut VeR-Vorstand Ivo Moszynski bietet die aktuelle Übergangszeit Gelegenheit, Abläufe zu stabilisieren und praktische Erfahrungen zu sammeln. Tim Roßky, ebenfalls im Vorstand des Verbands, sprach von der Chance, sich durch gezielte Optimierung auf das kommende digitale Meldesystem vorzubereiten.

Digitale Meldesysteme und ViDA im Fokus

Ein zentrales Thema war die geplante Einführung eines digitalen Meldesystems zur Umsatzsteuer. Dieses soll perspektivisch über die E-Rechnung hinausgehen und Echtzeitdatenübermittlungen ermöglichen. In Panels und Diskussionsrunden wurden nationale sowie europäische Ansätze verglichen, darunter auch das EU-Vorhaben ViDA („VAT in the Digital Age“).

Die Referenten hoben hervor, dass der mehrstufige deutsche Umsetzungsweg Freiräume zur Anpassung lasse. Er ermögliche es, schrittweise auf neue Meldeformate umzusteigen, ohne operative Abläufe abrupt umzustellen.

Rolle des Verbands und Forderungen an die Politik

Der Verband elektronische Rechnung (VeR), der als Hauptsponsor und inhaltlicher Leadpartner auftrat, gestaltete mit eigenen Beiträgen das Programm mit. Bereits am Vortag des Kongresses hatte der Verband in einem Workshop Grundlagenwissen vermittelt und Umsetzungsfragen adressiert.

Der stellvertretende VeR-Vorsitzende Richard Luthardt sprach sich dafür aus, zeitnah klare Rahmenbedingungen für Plattformlösungen zu schaffen. Nur so könnten bestehende Unsicherheiten, etwa beim Übertragungskanal E-Mail, beseitigt und eine verlässliche Datenqualität gewährleistet werden. Außerdem brauche es eindeutige Signale von Politik und Verwaltung, um die Akzeptanz und den Nutzen der neuen Regelungen breiter zu kommunizieren.

Ausblick auf die nächsten Schritte

Die Teilnehmer des Gipfels erwarten in Kürze ein neues Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen zur weiteren Ausgestaltung der gesetzlichen Vorgaben. Dieses könnte wichtige Hinweise zur technischen Umsetzung und zu künftigen Übertragungswegen enthalten.

Der Verband und viele Kongressteilnehmer sprachen sich für ein klares Bekenntnis zu modernen Plattformlösungen aus. Ziel sei es, die Digitalisierung der Rechnungsprozesse nicht nur als Pflicht, sondern als Möglichkeit zur Effizienzsteigerung und internationalen Wettbewerbsfähigkeit zu verstehen.

Fazit der Veranstaltung

Der E-Rechnungs-Gipfel 2025 macht deutlich, dass sich die Branche in einer Phase der Umstellung befindet. Unternehmen, Anbieter und Behörden arbeiten daran, ihre Systeme an die neuen Anforderungen anzupassen und sich auf das digitale Steuerreporting vorzubereiten. Die Diskussionen zeigten, dass viele Beteiligte die Entwicklungen aktiv mitgestalten wollen. Einigkeit herrschte darüber, dass Klarheit, technische Standards und verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen entscheidend für das Gelingen der Transformation sind.

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