Sorge um Finanzen in Deutschland am größten

In keinem der fünf untersuchten Länder ist die Sorge um die eigene finanzielle Zukunft so weit verbreitet wie in Deutschland. Das ergab eine repräsentative Befragung im Auftrag des Informationsdienstleisters Crif.

Laut der im März 2025 durchgeführten Erhebung unter insgesamt 6.000 Verbrauchern in Deutschland, Frankreich, Italien, Polen und Großbritannien äußerten die 1.000 deutschen Teilnehmer im Vergleich die geringste Zuversicht für die kommenden zwölf Monate. Acht von zehn Befragten in Deutschland gaben an, mit Sorge auf ihre finanzielle Situation zu blicken.

Zahlungsprobleme und Zukunftsängste

Nach Angaben von Crif haben rund 24 Prozent der Befragten in Deutschland bereits jetzt Zweifel daran, ihre Rechnungen pünktlich begleichen zu können. Etwa 31 Prozent befürchten zudem eine weitere Verschlechterung ihrer finanziellen Lage.

Crif-Deutschland-Geschäftsführer Frank Schlein erklärte mit Blick auf die Ergebnisse: „Die Sorge um die eigene finanzielle Zukunft ist tief in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Acht von zehn Menschen in Deutschland blicken mit Sorge auf ihre finanzielle Zukunft – das ist ein deutliches Warnsignal.“

Gestiegene Lebenshaltungskosten als Hauptursache

Ein zentraler Faktor für die zunehmende Verunsicherung sind laut Crif die gestiegenen Lebenshaltungskosten. 32 Prozent der deutschen Befragten berichteten, heute mehr Geld für Miete oder die Finanzierung ihres Eigenheims ausgeben zu müssen als noch vor fünf Jahren. Ähnliche Angaben machten etwa ein Drittel der Teilnehmer in Bezug auf höhere Ausgaben für Versicherungen und Kraftstoffe.

Besonders deutlich zeigen sich die Veränderungen bei den allgemeinen Haushaltskosten. 44 Prozent der Befragten in Deutschland gaben an, dass sich ihre Ausgaben in diesem Bereich spürbar erhöht hätten.

Verbraucher reagieren mit Sparmaßnahmen

Infolge der wirtschaftlichen Belastungen hat eine Mehrheit der Verbraucher in Deutschland ihr Ausgabeverhalten angepasst. 59 Prozent der Umfrageteilnehmer erklärten, sie seien in den vergangenen zwölf Monaten sparsamer geworden.

Die Daten wurden im Rahmen einer europaweiten Untersuchung erhoben, bei der jeweils 1.000 Personen pro Land befragt wurden. Die Studie liefert einen aktuellen Einblick in die wirtschaftlichen Erwartungen und das finanzielle Empfinden von Verbrauchern im europäischen Vergleich.

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